Wie in den Medien in letzter Zeit stark diskutiert wurde, drosselt Apple den Prozessor älterer iPhone Modelle (genannt wurden 6(Plus), 6s(Plus), 7(Plus) und SE), wenn deren Akku ein gewisses Alter erreicht. Apple argumentiert damit, dass ein zu alter Akku nicht mehr in der Lage sei, den Prozessor mit Strom zu versorgen, wenn dieser seine Leistungsspitze erreicht, was dazu führen würde, dass das komplette System abstürzen könnte. Drosseln sie den Prozessor, so kann die besagte Leistungsspitze nicht erreicht werden und ein Systemabsturz wird verhindert. So weit so gut.

Doch viele Nutzer fühlen sich von Apple betrogen, manche fordern sogar Schadensersatz. Doch hat Apple überhaupt einen Fehler gemacht? Meiner Meinung nach nicht. Apple hat zu jedem Zeitpunkt dafür gesorgt, dass jeder Nutzer sein Smartphone nutzen kann. Hätte Apple diesen Schritt nicht gewagt, würden sich tausende Nutzer über abstürzende Handys beklagen und dass die Akkus nach einer gewissen Zeit nicht mehr die selbe Leistung erbringen wie am ersten Tag, ist längst kein Geheimnis mehr. Um mein Gedankengang besser nachzuvollziehen, will ich kurz auf Lithium-Ionen-Akkus eingehen, bzw. eher auf deren Verschleiß:

Lithium-Ionen-Akkus verschleißen bei jedem Ladevorgang. Wie stark der Verschleiß ausfällt, hängt davon ab, wie der Akku geladen wird. Anders als viele denken ist es für den Akku ungesund, wenn dieser von 0% auf 100% geladen wird. Zudem läuft man Gefahr, dass der Akku sich tiefenentlädt, wenn er immer wieder auf 0% fällt (und im schlimmsten Fall noch so verweilt). Auch sollte der Akku nicht immer ganz vollgeladen werden. Die letzten Prozente kosten den Akku am meisten Kraft und haben daher auch den größten Verschleiß. Tesla macht daher den Schritt und baut eine Ladebremse ein, die standardmäßig meines Wissens auf 90% gestellt ist. Diese Bremse kann vor längeren Fahrten abgeschaltet werden, um die volle Reichweite zu erreichen. Kein mir bekanntes Handy besitzt ein solches Feature, weshalb ich die App AccuBattery (Pro) [Android] nutze, um mich benachrichtigen zu lassen, wenn mein Handyakku einen gewissen Füllstand erreicht hat. Die App für einen Ladevorgang von 20% auf 80% einen Verschleiß von 0,2 Ladezyklen (keine genormte Einheit und auch keine Informationen für Anzahl an Ladezyklen eines Akkus), während der Ladevorgang von 20% auf 100% laut der App 0,96 Ladezyklen beansprucht. Diese Werte gab die App für mein Samsung Galaxy S7 Edge an. Allerdings besitzen Lithium-Ionen-Akkus auch eine sogenannte kalendarische Lebensdauer. Diese sinkt mit dem Alter des Akkus, unabhängig von dessen Benutzung. Mehr zu Lithium-Ionen-Akkus findest du hier.

Nun ist es leichter zu verstehen, warum die Schuld nicht bei Apple liegt, wenn Akkus nach einiger Zeit nicht mehr die gebrauchte Leistung erbringen. Die Schuld, wenn man das überhaupt so ausdrücken kann, liegt eher beim Nutzer und dessen Ladeverhalten. Dies meisten laden ihr Handy über Nacht und daher immer bis 100%. Vorher musste es den ganzen Tag herhalten und hat daher vielleicht noch eine Akkuladung von ~10%. Das schwächt den Akku schnell und so ist man auch schnell von Apples Drosslung betroffen. Helfen kann da nur noch ein neuer Akku. Apple hat sich in einer Pressemitteilung für ihre Drosslungsaktion entschuldigt, und gibt an, Akkus bis Ende 2018 für einen Sonderpreis zu tauschen. Das ist auch nochmal hier nachzulesen. Ich würde jedem dazu raten dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, da ein neuer Akku gleichzeitig auch eine längere (wie am ersten Tag) Akkulaufzeit bedeuten kann.

Meiner Meinung nach hätte Apple dieses Angebot nicht machen müssen, es ist aber eine edle Geste.

Kategorien: Allgemein

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